Wichtige Informationen – aktuelle Auswirkungen der Nahost Eskalation
Aufgrund der aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten kommt es derzeit zu operativen Einschränkungen im internationalen See- und Luftverkehr.
Die Entwicklungen betreffen insbesondere die Transportkorridore zwischen Asien, dem Nahen Osten und Europa.
Luftfracht
Mehrere Lufträume im Nahen Osten wurden temporär geschlossen oder nur eingeschränkt freigegeben. Airlines reagieren mit Routenanpassungen, Umleitungen oder Flugstreichungen.
Dies führt zu:
- verlängerten Flugzeiten durch Umroutungen
- reduzierter Frachtkapazität
- möglichen Verzögerungen durch angepasste Flugpläne
- temporären Rückstaus bei Sendungen
Durch die eingeschränkten Kapazitäten ist mit einer Verknappung des verfügbaren Laderaums und daraus resultierenden steigenden Frachtraten zu rechnen.
Seefracht
Auch im Seeverkehr kommt es zu operativen Einschränkungen. Reedereien setzen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen um und passen ihre Routen an.
Im Raum Persischer Golf – insbesondere im Umfeld der strategisch bedeutenden Straße von Hormus welche die Verbindung zwischen dem persischen Golf und dem Golf vom Oman darstellt- besteht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko.
Auch der Suez Kanal ist bis auf weiteres gesperrt und nicht passierbar. Mehrere Reedereien haben Transitfahrten bereits ausgesetzt oder leiten Schiffe über das Kap der guten Hoffnung um.
Die derzeitigen Einschränkungen beeinflussen bereits jetzt maßgeblich globale Handelsströme und führen zu steigenden Energie- und Transportkosten.
Für bereits auf dem Seeweg befindliche Sendungen wurden durch namhafte Reeder bereits Zusatzkosten wie eine „general rate increase (Generelle Ratenerhöhung) als auch eine „Emergency Conflict Surcharge“ (Notfall Konfliktzuschlag) verlautbart. Diese sollen bereits per 02.03.26 gelten. Über die Höhe dieser Kosten setzen wir Sie zeitnah direkt in Kenntnis. Aktuell wurde hier noch keine konkrete Einigung gefunden bzw. unterscheiden sich die Kostenstrukturen zwischen den jeweiligen Reedereien.
Weitere mögliche Auswirkungen:
- verlängerte Transitzeiten durch Umleitungen
- eingeschränkte Buchungsmöglichkeiten auf bestimmten Relationen
- temporäre Aussetzung einzelner Ladungsarten
- Erhöhte Kosten durch die Einführung von Sicherheits- bzw. Risikoaufschlägen
- Bunkerzuschläge aufgrund steigender Ölpreise
Die aktuelle Situation bleibt dynamisch und schwer prognostizierbar. Neben der bereits spürbaren Kapazitätsverknappung ist mit zusätzlichen Belastungen der globalen Lieferketten zu rechnen.
Unabhängig von direkten operativen Einschränkungen ist aufgrund der geopolitischen Lage mit steigenden Energiepreisen zu rechnen. Diese wirken sich erfahrungsgemäß zeitnah auf Treibstoffkosten, Bunkerzuschläge sowie Luftfracht-Treibstoffzuschläge aus. Eine daraus resultierende Preissteigerung im See- und Luftfrachtbereich ist daher grundsätzlich zu erwarten, deren Ausmaß derzeit jedoch noch nicht seriös abschätzbar ist.
LKW Verkehr
Auch im europäischen Straßentransport ist infolge der geopolitischen Entwicklungen mit steigenden Treibstoffpreisen zu rechnen. Erhöhungen bei Diesel- und Energiekosten wirken sich erfahrungsgemäß zeitnah auf Transportkosten sowie bestehende Treibstoffzuschläge aus.
Je nach weiterer Marktentwicklung kann es zu Anpassungen bei Frachtpreisen und Zuschlägen kommen. Das konkrete Ausmaß ist derzeit noch nicht abschätzbar.
Wir empfehlen daher:
- frühzeitige Transportplanung und Kapazitätssicherung
- zeitnahe Abstimmung bei projektbezogenen Sendungen
- Berücksichtigung möglicher Zuschläge in Budget- und Kalkulationsplanungen
Wir beobachten die Entwicklungen kontinuierlich und informieren Sie umgehend über relevante Änderungen.
| Thomas Haas Head of Ocean Freight +43 2236/62555-183 thomas.haas@btg.at | Manfred Susic Head of Air Freight +43 1/7007-32115 manfred.susic@btg.at | Thomas Zangl Head of Road Transport +43 2236/62555-120 thomas.zangl@btg.at |